Dr. Elisabeth Strahberger – Hieden

Frauenheilkunde und Geburtshilfe
OÄ im KH Göttlicher Heiland

Gebärmutterhalsimpfung

Gebärmutterhalskrebs ist nach Brustkrebs weltweit die zweithäufigste Krebstodesursache bei jungen Frauen. Etwa zwei Drittel aller Frauen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit humanen Papillomaviren (HPV) an. Ca. 90% bleiben unbemerkt und heilen von selbst, etwa jede 10. Frau entwickelt jedoch bösartige Zellveränderungen, die Vorstufen von Krebs sein können. HPV Viren sind außerdem für Krebs an den Schamlippen, der Scheide sowie Genitalwarzen verantwortlich.

Infektion mit HP-Viren

Der Gebärmutterhalskrebs, verursacht durch Viren (HPV) werden beim Geschlechtsverkehr durch direkten Hautkontakt übertragen (Kondome bieten keinen zuverlässigen Schutz). Es  zeigen sich oft keine Anzeichen und dieser kann sich über 15 Jahre hinweg aus Krebsvorstufen entwickeln. Diese Vorstufe könnte durch den sogenannten "Krebsabstrich" (PAP-Abstrich) beim Frauenarzt entdeckt werden. Oftmals ist eine Operation (Konisation) nötig, um vollständig geheilt zu werden. Diese Operation ist zwar kein schwerer Eingriff, aber neben den typischen Komplikationen wie Nachblutung oder Infektion, wird durch das chirurgische Entfernen des infizierten Gewebes der Gebärmutterhals verkürzt, was das Risiko einer Frühgeburt bei späteren Schwangerschaften erhöht.

Impfung

Geimpft wird ein HPV 4fach Impfstoff, zum Schutz vor Erkrankungen, die durch HPV Viren der Typen 6,11,16 und 18 hervorgerufen werden. Die HPV Stämme 16+18 sind für ca. 75% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich; HPV 6 und 11 für ca. von 90% der Fälle von Genitalwarzen.

Seit 2006 steht erstmals eine Impfung gegen den von den HPV- Viren verursachten Gebärmutterhalskrebs zur Verfügung. In Kombination mit dem jährlichen PAP-Abstrich können sie sich effizient gegen diese Erkrankung und ihre möglichen schweren Folgen schützen.

Idealerweise sollten Mädchen UND Buben vor dem ersten sexuellen Kontakt geimpft werden (zwischen dem 9. Und 12. Lebensjahr), dennoch zeigen aktuelle Studien, dass auch ältere, sexuell aktive Frauen (bis zum 45. Lebensjahr) und jene, die schon einmal eine HPV Infektion oder eine Konisation hatten von einer Impfung profitieren. Eine bereits stattgefundene Infektion hinterlässt keinen zuverlässigen Schutz vor einer erneuten Ansteckung.

Impfung für Kinder

Seit Februar 2014 wird die HPV- Impfung für Kinder in der 4. Klasse kostenfrei in der Schule angeboten, sie besteht aus 2 Teilimpfungen im Abstand von 6 Monaten. Für alle Kinder vom 12.- 15 Geburtstag besteht die Möglichkeit zu einem günstigen Selbstkostenpreis die HPV- Impfung in den Bezirksgesundheitsämtern der MA 15 zu erhalten.

Impfung für erwachsene Frauen

Das Impfschema bei der erwachsenen Frau besteht aus 3 Teilimpfungen, die im Abstand von 2 und 6 Monaten nach der ersten Impfung verabreicht werden. Da die HPV Impfung eine noch relativ junge Impfung ist, ist noch keine klare Aussage zu treffen, wie lange ein Impfschutz gegeben ist. Nach der bisher vorliegenden Studienlage geht man jedoch davon aus, dass die Wirkung sehr lange, vielleicht auch lebenslang erhalten bleibt.

Groß angelegte Studien, vielfache Überprüfung und Impferfahrungen (170 Millionen Impfungen- Stand 2013) belegen die Sicherheit und Verträglichkeit der Impfung.

Die Kombination aus der Impfung gegen humanen Papillomaviren und dem jährlichen Krebsabstrich bietet nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft den bestmöglichen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs, Krebsvorstufen im Genitalbereich und Feigwarzen.

 

Für weitere Fragen, ein aufklärendes Gespräch oder Verabreichen der Impfung stehe ich ihnen jederzeit in meiner Praxis zur Verfügung!